
Beitrag abgekupfert von @Unregierbar
Über die „Matrix“ – und warum so viele den Begriff falsch benutzen
Viele reden heute von „der Matrix“, als wäre das ein real existierendes System oder eine Art unsichtbare Maschine, in der Menschen gefangen sind. In Wirklichkeit ist „die Matrix“ nichts weiter als eine Metapher, ursprünglich aus einer Filmreihe und steht für Denkgewohnheiten, Konditionierung, soziale Anpassung und erlernte Glaubenssätze.
Es gibt keine physische Matrix da draußen. Es gibt nur Menschen, die in Mustern denken, in Rollen funktionieren und in Narrativen leben, die sie nie selbst hinterfragt haben. Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die solche Muster, Rollen und Narrative erzeugen und verwalten.
Wer fest davon überzeugt ist, in einer virtuellen Realität zu leben, wird innerhalb dieses künstlichen Weltbildes oft passiv alles akzeptieren und niemals rebellieren. Ein moderner Blitzableiter gegen Widerstand.
Cinema-Matrix versus sozialer Matrix der Ausgrenzung
Was viele heute „Matrix“ nennen, ist in Wahrheit soziale Prägung, Angst vor Ausgrenzung, Bequemlichkeit, Autoritätsgläubigkeit, Identitäts- und Gruppendenken und das Bedürfnis, dazuzugehören oder moralisch „richtig“ zu sein.
Der eigentliche Witz: Die lautesten „Ich bin aus der Matrix raus!“-Rufer haben sie oft nur gegen eine andere Denkblase eingetauscht. Statt Mainstream-Narrativen glauben sie dann jetzt eben Gegen-Narrative aber immer noch ungeprüft, emotional und identitätsbasiert.
Das ist kein Erwachen.
Das ist nur ein Kostümwechsel.
Stille Sezession aus einer Matrix, die man ablehnt
Echtes „Aussteigen aus der Matrix“ bedeutet nicht, neue Schlagwörter zu lernen, andere Feindbilder zu haben, sich für „erleuchtet“ zu halten oder auf andere herabzuschauen.
Es bedeutet, das eigene Denken zu hinterfragen, die eigenen Überzeugungen zu überprüfen, Widersprüche auszuhalten und sich nicht über Identität, Lager oder Weltbilder zu definieren.
Wer ständig betonen muss, dass er „nicht mehr in der Matrix steckt“, steckt meistens bis zum Hals in einer neuen. Wer diesen Begriff wie eine reale Entität behandelt, produziert oft nur aufgeblasenen Pseudo-Tiefgang.
Hauptsache, es klingt erleuchtet und man kann sich über alles andere erhaben darstellen, denn man ist ja „aufgewacht“ .
Die Matrix ist kein Ort.
Sie ist ein Zustand des Denkens.
Und der endet nicht durch neue Parolen, sondern nur durch ehrliche Selbstkritik, Introspektion und sauberes Denken.




