
Jammern über hohe Ticketpreise bei der Fußball-WM: Populismus? Nein! Ökonomischer Autismus und Verbohrtheit verbunden mit politischen Aversionen
Die WM wird ein “Fiasko für den Fußball” (Uli Hoeneß am 19.06.26 in der FAZ)
Im Vorfeld wurde wieder gejammert, was das Zeug hält. Und geheuchelt. Und geschleimt um die Zustimmung der Volksseele – im Fußball darf es sie noch geben. Schließlich ist Fußball ja Volkssport – auch hier darf das Volk noch Volk sein.
Ein Mega-Turnier! Total aufgebläht. Der sportliche Wert und das Niveau werden im freien Fall sein! Wer will denn unbedeutende Spiele wie Ghana gegen Panama sehen? Die Stadien werden leer sein.
Wer die neuen Nationalhelden der Kaperverden sieht, die sensationell gegen den Europameister Spanien torlos unentschieden spielten, wer die Begeisterung um Jordanien, Curacao und Usbekistan bestaunt, die einem medial und (!) in den Stadien entgegenschlägt, wer die ungeheure gesellschaftliche Bedeutung des Fußballs bei den „Kleinen“ und WM-Neulingen sieht, schweigt nun betreten. Keiner beschwert sich mehr über zu viele Spiele!
Das Fußball-Politikum: die hohen Eintrittspreise
Wo aber wieder besonders an der volkssozialistischen Schraube gedreht wurde, war bei den „skandalösen“ Eintrittspreisen. Die Ticketpreise seien so hoch, dass viele gar nicht an der WM teilnehmen könnten – nur die „Reichen“. Fußball ist doch Volkssport!Unerträgliches Fußball-Romantik-Gesülze in allen Gazetten und allen Medienformen war die Folge.
Und dann noch dieser Trump! Der wird die Fußballbühne bestimmt für seine politische Selbstdarstellung nutzen. Der unsägliche offensichtlich ultralinke ehemalige Trainer des SC Freiburg, Christian Streich, wurde herumgereicht und durfte von seinen Angstphantasien um einen neuen Faschismus in den USA berichten. Brav klatschten die Jubelperser vor Ort im Studio – und der sozialistische Multikulti-Fetischist Streich durfte sich der Zustimmung der Buntland-Lemminge an den Bildschirmen sicher sein.
Aber zurück zu den „völlig verrückten“ Eintrittspreisen. Es gab zu wenige Tickets in der günstigsten Kategorie. Das mag sein. Über das Mindestkontingent hinaus wurde der Grenzpreis der potentiellen Ticketerwerber wohl fast vollständig ausgeschöpft. (Der Grenzpreis ist der bei jedem Individuum unterschiedliche Preis, bei dessen weiterer Erhöhung er nicht mehr bereit ist, ein Ticket zu erwerben).
Die Kommerzialisierung des Fußballs ist unumkehrbar
Hier wurde ganz konsequent marktwirtschaftlich unter den gegebenen Rahmenbedingungen der Gesamterlös der Ticketpreise zu optimieren versucht. Was soll daran falsch sein? Man kann sicher sein, dass die Veranstalter bei der Ticketpreisfestsetzung von absoluten Vollprofis beraten und im Vorfeld belastbare Marktrecherchen gemacht wurden.
Bei zu hohen Preisniveaus hätte man leere Ränge befürchten und die Tickets zum Schluss billig verramschen müssen. Der Auslastungsgrad laut offiziellen Fifa-Angaben ist aber ungefähr 95% – trotz so ‘unbedeutender’ und ‘sportlich wertloser’ Spiele wie Ghana gegen Panama (die Angehörigen der beiden Nationen muss ich um Nachsicht bitten – sie sind nur Beispiele).
In den USA werden marktwirtschaftliche Prozesse konsequent optimiert
Selbst der verbohrteste sozialistische ökonomische Autist der taz muss dies nun konzidieren: Die Preise sind offensichtlich nicht zu hoch. Was vielen aber besonders aufstößt, ist die Tatsache, dass die erworbenen Tickets auf einem Sekundärmarkt ganz offiziell zu horrenden Preisen ohne jegliche Preisbindung verkauft werden konnten. Mit diesem marktkonformen Vorgehen wurde der Bildung eines Schwarzmarktes der Boden entzogen und zudem partizipiert der Veranstalter auch noch an der Gewinnmarge der Ticketverkäufe. Damit generiert man gleich mehrfach und mit hohen Margen am geordneten Zweitmarkt Erlöse aus dem Verkauf der Eintrittskarten. Was soll an stringenten marktwirtschaftlichen Vorgehensweise falsch sein?
Völlig außer Acht gelassen wird zudem, dass bei weiten Reisen zu einer Fußball-Weltmeisterschaft die Ticketpreise bei Weitem nicht die größten Kostenkomponenten sind. Die Flüge zum WM-Land und der mögliche Transfer innerhalb des Gastgeberlandes sind astronomisch teuer. Wohl nur noch getoppt von grenzwertigen Hotelpreisen. Von den Getränkepreisen und den Kosten für das leibliche Wohl ganz zu schweigen. Dies ist beileibe nicht nur bei Sport-Großveranstaltungen so. Wer hat dies nicht schon bei Konzert- oder Messebesuchen erlebt. Nur bei einer Fußball-WM kommen eben alle genannten Komponenten zusammen. Das kann sich dann beileibe nicht jeder leisten – oder will es sich nicht leisten.
Volkssport Fußball
Ach ja, der Fußball soll ja für alle da sein. Das ist er bei teuren Eintrittspreisen angeblich nicht mehr. Dabei kann jeder viele WM-Spiele direkt bei den Öffentlich-Rechtlichen im Fernsehen verfolgen. Die „Armen“ sind ja auch häufig noch von den Rundfunkgebühren befreit. Und unsere ‘großartigen’ Asylbewerber sowieso. Böse Zungen würden behaupten, dann bleibt den Gebührenbefreiten schon mehr Geld für Alkohol und Zigaretten!
Fußball bleibt auch dann Volkssport, wenn die Eintrittspreise in den Bundesliga-Stadien deutlich anzögen, denn jedem steht es frei, in den tief gestaffelten Ligen des DFB bei anderen Spielen unterhalb der Oberhäuser bezahlbare Tickets zu erwerben.
Die Lage in den USA: Stadien teilweise wie von einem anderen Stern
Die Ticketpreise sind aber nicht nur marktkonform, sondern haben auch teilweise wegen des Komforts der Stadien gerade in den USA ihre Berechtigung. Da ist beispielsweise, wenn auch exponiert, das SoFi Stadium in Inglewood im Los Angeles County im Sonnenstaat Kalifornien. Der gesamte Sportkomplex verschlang gigantische 5,5 Milliarden Dollar an Baukosten, auf das Stadion selbst entfielen 2,4 Milliarden Dollar.
Zum Vergleich: Die Allianz-Arena in München weist Baukosten von geradezu läppischen 286 Millionen Euro auf. Ein Billig- und Primitivbau? Ja und nein! Der Grund und Boden in Fröttmaning gehört nach wie vor der Stadt München; Bayern München hat nur ein Erbbaurecht für 99 Jahre für sein Stadion.Weiterhin ist die Allianzarena im Vergleich zum SoFi-Stadium mit seinem Baubeginn 2002 gegenüber 2016 in Inglewood fast schon betagt. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Baukosten in Deutschland zwischen 2002 und 2016 um ca. 32%. Es ist zu vermuten, dass die Baukosten in den USA ähnlich gestiegen sind.
Die Oculus im SoFi-Stadium: Unterhaltung auf höchstem Niveau
Aber auch die Digitalisierung ist in Inglewood auf einem astronomischen Niveau gegenüber der Arena in München-Fröttmaning. Während in der Allianz-Arena eine Video-Leinwand hängt, die böswillig gesagt, eher nach den 80er-Jahren anmutet und immerhin nicht mehr schwarz-weiß ist, prangt inmitten des SoFi-Stadiums die größte Video-Leinwand der Welt, Oculus genannt, ringförmig und doppelseitig einsehbar, mit gigantischen 110 Metern Länge, wahnsinnigen 6500 Quadratmetern Videofläche, 240 Lautsprechern und einem Gewicht mit unglaublichen 1.000 Tonnen, welche schon allein den Eintritt wert ist. Geschätzte Kosten nur für den Oculus: über 100 Millionen Dollar.
Kein Wunder, dass der grobschlächtige Metzgermeister-Sohn und Bayern-Patron Uli Hoeness nicht in die USA fliegen will, könnte man spöttisch unterstellen – mit seiner lächerlichen Videoleinwand aus der digitalen Steinzeit und seiner ‘Billigarena’. Selten hat der Nebenbei-Wurstwarenverkäufer aus Ulm so einen „Scheiß“ verzapft wie das, was jüngst vom Paten vom Tegernsee über die FAZ verbreitet und in der Bild breitgetreten wurde.
Bayern-Patriarch Hoeneß macht sich lächerlich
Die WM 2026 werde ein „Fiasko für den Fußball“, polterte der selbsternannte Volkstribun Uli H. in einem Interview mit der FAZ. Seine Argumente könnten aus dem Munde von durchgeknallten radikal-sozialistischen Linken-Politikern stammen. Die vertretenen Positionen lassen neben weltfremdem Fußball-Romantikertum eine erbärmliche Altersmilde erkennen. Die Ticketpreise seien viel zu hoch. Die Fußball-WM verkomme zu einem Event für Wohlhabende. Fußball ist für alle da. etc. etc. – gähn!
Hoeneß habe angesichts solcher Eintrittspreise nicht einmal Lust, in die USA zu fliegen, so die mittlerweile teilweise gendernde FAZ. Und das obwohl er eingeladen wurde, in einem Haus in Florida kostenlos zu wohnen. In einem Anwesen mit bevorzugter Lage sogar. Aber gerade diese bevorzugte Lage der möglichen Unterkunft in den USA stellt für Uli Hoeneß ein weiteres Riesenproblem dar. Der offensichtlich im fortgeschrittenen Alter zum weltfremden Herz-Jesu-Marxisten mutierte Hoeneß erfuhr, dass seine mögliche Florida-Behausung nur wenige Minuten von Donald Trumps Residenz Mar-a-Lago entfernt war. Damit wäre ihm endgültig die Lust vergangen, sich in Florida kostenlos einzurichten, selbst wenn er auf die WM ansonsten Lust gehabt hätte.
Da war er wieder: dieser Trump.




