Wir Deutschen als tragische Verlierer beider Weltkriege wollen nichts mehr als den Frieden – Dr. Gunther Kümel (Bildquelle: KI)

Die Deutschen wollen den Frieden, nichts weiter, als daß man sie in Ruhe läßt. Dann kommen wir schon klar. Probleme gibt’s auch ohne Krieg in Fülle. Kriegsgeschrei kommt nur von den hörigen Funktionären der BRD. Familien wollen selbstverständlich Frieden, immer und überall. Und dieser Friedenswille ist in Deutschland historisch schon immer tragende Volksmeinung gewesen. „Krieg ist Raub und Gaunerei! …seine Gewinne werden in $ abgerechnet und seine Verluste in Menschenleben.1)

Die BRD-Kriegstreiber: zu wessen Nutzen?

Merkel hat das Strafgesetz gegen den Angriffskrieg einfach streichen lassen, was hatte sie vor? Die weitreichenden Verhandlungsangebote Rußlands 2021 wurden ignoriert, die Verträge von Minsk hat sie sabotiert. Baerbock erklärte, die BRD („…wir…“) sei bereits im Krieg mit Rußland, und Scholz widersprach nicht.                                                                 Auch Merz folgt fremder Agenda. Keineswegs ist ihm an den Interessen der BRD gelegen, erst recht nicht am „Wohle des Deutschen Volkes“ (Art. 56 GG). Er tritt als aggressiver Kriegstreiber auf und läßt den Kriegs-Psychopathen und Kampfhennen freie Hand. Er erreichte mit Lüge, List und Tücke eine Schuldenaufnahme für Kriegsrüstung von zunächst „nur“ etwa 1 Billion, später mehr: eine Ausweitung der Staatsschuld um fast die Hälfte (etwa € 12.500 für jeden Netto-Steuerzahler). Das bedeutet Jahr für Jahr eine zusätzliche Zinsenbelastung von 30 Milliarden, also 6,5 % des Bundeshaushalts! Schon jetzt gehen die Militärausgaben anteilsmäßig über alles hinaus, was die übrigen Europäer sich leisten wollen. Diese Rüstung zum Kriege zeugt gleichermaßen von Gigantomanie wie von Unverstand: Rheinmetall baut für Milliarden Panzer für die BW, die im Ernstfall von billigen Drohnen erledigt würden. Und Oresnik??

Der Kriegsplan („Militärstrategie“) sieht den Kriegsbeginn 2029 vor, zu diesem Zeitpunkt sollen dann offensichtlich Maßnahmen getroffen werden, die das unwillige Riesenreich zum Angriff nötigen. Wieder, wie Außenminister Halifax über den Polenfeldzug 1939 urteilte, ein „erzwungener Krieg“? Bis dahin ist eine Aufstockung der Bundeswehr um fast die Hälfte auf 460.000 Frauen und Männer geplant, danach „starker Aufwuchs an Waffensystemen bis 2039“. Geplant ist Wehrpflicht für alle als „tauglich“ zum Verheizen Befundenen, sonst „Dienstpflicht“. Und wer sind diesmal die Profiteure? Es ist die gleiche „Handvoll Leute“1) wie in WKI und WKII.                                                                   In vollkommener Umkehrung der aktuellen Weltlage bezeichnet die MERZ-Clique Rußland als Bedrohung der BRD: „Rußland bereitet sich durch seine Aufrüstung auf eine militärische Auseinandersetzung mit der Nato vor“, „Rußland sehe militärische Gewalt ‚als legitimes Instrument‘ zur Durchsetzung seiner Interessen“ 2). Dabei sagt einem der gesunde Menschenverstand und darüber hinaus jeder Bericht der Geheimdienste, daß das nach 1990 zergliederte Rußland keinesfalls den Plan hat, einen NATO-Staat anzugreifen. Bekanntlich sind die 27 NATO-Staaten konventionell deutlich überlegen. Im Gegenteil: Rußland wollte ein gemeinsames OSZE-Konzept, das den Europäern (einschließlich Rußland und Ukraine) und ebenso den Amerikanern Sicherheit, Frieden und Prosperität gebracht hätte; irgendjemand hatte andere Ziele. Putin hat der NATO überdies einen Nichtangriffspakt angeboten und wollte sogar Rußland in das Bündnis führen! Gerhard Schröder, Silvio Berlusconi und Miloš Zeman befürworten einen Beitritt, Joschka Fischer und Margaret Thatcher schließen sich an. Sogar der ranghöchste NATO-Militärbefehlshaber in Europa (SACEUR) General Grynkewich erkennt an (11.06.2026), daß Rußland keinen Angriff plane.                                                                                   Merz spielt dennoch aggressiv mit dem Feuer: Er liefert der Ukraine immer gefährlichere Langstreckenwaffen zur punktgenauen Vernichtung russischer Infrastruktur im Hinterland, und die USA liefern Ziel-Logistik. Dies stärkt eine Gruppe von russischen Entscheidern, die seit langem auf eine harte Antwort pochen. Fliegen bald Iskander aus Königsberg nach Schrobenhausen oder Berlin?

Der historische Friedenswille Deutschlands

Die Entwicklung des Deutschen Bundes zum Deutschen Reich unter Kanzler Bismarck 1871 mußte gegen den Widerstand dreier Nachbarmächte durchgesetzt werden. Auch das hochgerüstete Frankreich erklärte den Deutschen den Krieg. Der Gründungsakt erfolgte nach dem Sieg nicht zufällig in dessen Machtzentrum Versailles.                                                  Nach über 40 Jahren Frieden dann der WKI: „… mitten im Frieden überfällt uns der Feind!“3). Schon bald nach 1918 erweisen die freigegebenen Dokumente sogar dem USPD-Mann Karl Kautsky, daß der Krieg nicht von Deutschland verursacht, sondern im Geheimen von den Zirkeln um Cecil Rhodes und Alfred Milner, später Eyre Crowe und Edward Grey, akribisch inszeniert worden war.

Friedenspolitik vor 1933

Selbst das Raubdiktat „Versailles“ billigte den Deutschen ausdrücklich zu, die Signatarstaaten würden ebenso total abrüsten, sobald die Abrüstung des Deutschen Reiches vollzogen wäre. Das war spätestens 1927 der Fall. Vandervelde, Außenminister (B), 1927 vor der Abrüstungskonferenz in Genf:   “ Entweder … (unsere) Armeen…  vermindern, oder der Friedensvertrag wird hinfällig und Deutschland nimmt für sich das Recht in Anspruch, (ausreichende) … Streitkräfte zu besitzen!“

Ungeachtet aller „Vertrags“-Bestimmungen beginnt jedoch weltweit ein bedrohliches Wettrüsten. GB rüstet ab 1922 gegen F, F gegen I, usw. Durch „Versailles“ war Deutschland bereits militärisch eingekreist und von feindseligen Staaten (F, CSR, YU, Polen, Litauen und sogar B) umgeben, die Millionen von Deutschen in geschlossenen Siedlungsgebieten durch Kriegshandlungen an sich gerissen hatten; sie sind zu einem Militärblock verbunden, der sich gegen Deutschland stellt.                                      Polen bietet ab 1932 mehrfach den Plan an, wechselweise Frankreich oder England, das vollständig abgerüstete Deutsche Reich „durch einen Feldzug niederzuwerfen“ (Zitat Vansittart, britischer Staatssekretär). Die Kriegsstärke der Nachbarstaaten überstieg die Deutschlands um etwa das Hundertfache5).                                                               Die deutsche Politik drängte auf Erfüllung der Bestimmungen aus Teil V des Versailler Vertrages, oder wenigstens, ab 1931/32 auf militärischer Gleichberechtigung. Bereits 1932 war politischen Analysten klar, daß „Deutschland der Not gehorchend geradewegs auf dem Weg der Wiederbewaffnung“ war 4), um den Frieden zu bewahren und Angriffe der Einkreisungsmächte abzuschrecken. Die deutsche Regierung bietet 1932 als Kompromiß „ein mittleres Rüstungsniveau für alle“ an. Als Alternative fordert sie die Anpassung der Truppenstärke an die vergleichbarer europäischer Mächte. Von dem 7:1 überlegenen Frankreich kommt immer nur ein „NEIN!“. Zwar erklären GB, F und I mit Zustimmung der USA ihre Bereitschaft, Deutschland militärische Gleichberechtigung zuzugestehen, konkrete Schritte sollten allerdings für viele Jahre aufgeschoben werden.

Die Friedenspolitik nach 1933

Präsident Hindenburg beauftragt Hitler im Januar 1933 mit der Regierungsbildung in einem Koalitionskabinett, dem nur 2 NS-Minister angehören. Hitler legt sein Programm offen: Reichsreform, Beseitigung der Arbeitslosigkeit, Rettung des Bauernstandes, Erneuerung des Volkes in körperlicher und geistiger Hinsicht und Erkämpfen der außenpolitischen Gleichberechtigung. Die grenzenlose Verelendung der Deutschen hatte schon damals die ‚Finis Germaniae‘ nahegelegt, die ab 1933 durch weitreichende und umfassende, gemeinnützige Wirtschafts-, Währungs- und Handelsprogramme zugunsten eines bescheidenen Wohlstands jedoch noch einmal abgewendet werden konnte. Das Eine jedenfalls war Konsens zwischen Volk und Führung: nichts konnte in dieser prekären Aufbau-Situation verderblicher sein als eine erneute Verwicklung in einen Krieg.

Die deutsche Regierung war deshalb weiterhin sehr interessiert an der Einlösung der einzigen Zusage von „Versailles“. Sie bot der Konferenz nacheinander eine Vielzahl konkreter Abrüstungsmodelle an, deren jedes den Frieden auf Generationen gesichert hätte. Beispiele:

1933:“Deutschland ist dazu bereit, alle militärischen Einrichtungen aufzulösen, die verbliebenen Waffen zu zerstören, wenn die anliegenden Nationen ebenso restlos das gleiche tun. … Deutschland ist dazu bereit, auf Angriffswaffen zu verzichten, wenn auch die übrige Welt ihrer entsagt. Deutschland ist bereit, jedem feierlichen Nichtangriffspakt beizutreten; denn Deutschland denkt nicht an einen Angriff, sondern an seine Sicherheit!“ Vorschlag abgelehnt!

1935: „Abschaffung von Kampfmitteln, die im Widerspruch zur Genfer Konvention stehen: Schutz von Zivilisten. Verbot von Gas-, Brand- und Sprengbomben außerhalb einer wirklichen Kampfzone. Ziel: „Verfemung des Bombenabwurfes überhaupt.“

Verbot schwerster Artillerie, schwerster Tanks (Typische Angriffswaffen!). „Begrenzung der Kaliberstärken der Schiffs-Artillerie, Begrenzung der Schiffsgrößen. Begrenzung des Tonnengehaltes der U-Boote oder auch ihre vollkommenen Abschaffung. Darüber hinaus will Deutschland sich überhaupt jedem Abkommen über Waffenbegrenzung oder Waffenbeseitigung anschließen.“ Keine Reaktion!

1936: Umfassender Friedensplan mit Volksabstimmungen, Nichtangriffspakten, internationalem Schiedsgericht und Garantiemächten:

„Allgemeine Nichtangriffspakte binnen vier Monaten. Keine Verstärkung von Truppen im Grenzstreifen. Abschluß eines 25jährigen Nichtangriffs- bzw. Sicherheitspaktes zwischen Frankreich, Belgien, Holland und Deutschland; Luftpakt. Erziehung der Jugend zum Frieden. Deutschland kehrt in den Völkerbund zurück. Gedankenaustausch über wirtschaftliche Fragen zwischen den Mächten Europas.“ Bleiernes Schweigen der europäischen Mächte!

Alle, alle Vorschläge wurden abgelehnt; Frankreich wollte keine Sicherheitsarchitektur, sondern die totale und permanente Überlegenheit. Deutschland verläßt 1933 die Konferenz, um den Frieden durch direkte Diplomatie zu sichern:
Konkordat 1933, Nichtangriffs- und Freundschaftspakt mit Polen 1934, Flottenabkommen 1935, Freundschafts- und Konsultationsabkommens mit Frankreich 1938, ebenso mit England 1938 („Peace for our time!“). Auch der Nichtangriffspakt mit der UdSSR war als friedenserhaltende Maßnahme konzipiert. Hitler kalkulierte, die Westmächte würden jetzt den Frieden erhalten.                                                       Die Bevölkerung Englands und des gesamten UK war ebenso wie die deutsche, entschieden für Frieden; sie war im übrigen keinesfalls deutschfeindlich, eher bewunderte sie den deutschen Aufstieg. Aber eine sehr einflußreiche Gruppierung um Churchill arbeitete geradewegs auf Krieg hin. Die öffentlichen Kriegsdrohungen Churchills sind bekannt. Als der Chef des Londoner „Dt. Nachrichtenbüros“ FRITZ HESSE 1935 seinen Antrittsbesuch im britischen Außenministerium machte (also noch VOR Beginn der deutschen Rüstungen!), sagte Staatssekretär VANSITTART (Churchill-Gruppe) zu ihm:

„Aber mein lieber Herr Hesse, den Krieg zwischen Deutschland und England werden Sie nicht verhindern können. Sehen Sie, Herr Hitler will Deutschland zur ersten Macht Europas machen… Sehen Sie, und das werden wir nicht erlauben können! …“6)

Selbst der kluge, gemäßigte Liberale Stresemann hatte die Rückgliederung von O-Oberschlesien, Posen, Korridor und Danzig sowie Memel verlangt. Hitler stellte diese Forderungen niemals. Er ignorierte einfach die gefährlichen Kriegsdrohungen Polens und schloß einen langjährigen Friedenspakt. Er verzichtete zudem auf alle Rückgliederungs-Ansprüche deutscher Siedlungsgebiete gegenüber Frankreich, Belgien, Dänemark, Italien, Ungarn, Jugoslawien und bot Polen 1938 sogar den ausdrücklichen Verzicht Deutschlands auf alle abgetrennten Gebiete an und eine nahezu endlose Verlängerung des Friedensabkommens. Als Gegenleistung schlug er lediglich freie Verkehrsverbindungen nach Ostpreußen vor und den Verzicht auf Einwendungen Polens, wenn sich die Freie Stadt Danzig für die Rückkehr zu Deutschland entschied, und zwar unter vollständiger Wahrung aller polnischen Privilegien. Danzig war ja nicht etwa Teil Polens, sondern teilsouveräner Drittstaat. Nur der Völkerbund konnte im Rahmen seines Mandats mitentscheiden, Polen hatte dazu keine Befugnis. Polen war diesem unglaublich günstigen Vorschlag gegenüber durchaus nicht abgeneigt. Als sich aber England meldete und umfassenden „Schutz und Beistand“, ja, eine Kriegskoalition anbot, schwenkte im Frühjahr 1939 Polen radikal auf aggressiven Kurs um. Roosevelt und seine Intellektuellen, sowie Churchill stützten diese Angriffslust stark7). Die Verträge sahen britisch-französische Teilnahme an jeder polnischen Aggression (ausschließlich gegen Deutschland!) vor, sobald Polen „zu den Waffen greifen“ sollte, weil es seine Unabhängigkeit ‚direkt oder indirekt‘ bedroht sehen würde, sogar auch bei Konflikten zwischen dritten Staaten. Damit gaben GB+F Polen freie Hand, wohl wissend, daß dies Krieg bedeute! Polen mobilisierte im März 1933 auch tatsächlich seine Truppen, marschierte gegen Danzig auf und verstärkte die Brutalität der Verfolgung der deutschen Bevölkerung in den 1918 eroberten Ostprovinzen Deutschlands. Über hunderttausend flüchten vor dem polnischen Terror trotz Beschuß durch polnische Grenztruppen über die grüne Grenze; sie werden in riesigen Auffanglagern untergebracht.

Hitler wollte keinen Krieg, schon gar nicht mit den Weltreichen Englands, Frankreichs, der UdSSR, und er wußte, daß Polen die Zündschnur in Händen hatte. 1939 faßte er es im Gespräch mit Ribbentrop so: „Ich werde ganz bestimmt nicht der Idiot sein, der wegen Polen in einen Krieg schlittert!“8). Bis Ende August folgen intensive Friedensbemühungen: Göring: Wohlthat-Gespräche; Göring: Pendeldiplomatie Dahlerus; Völkerbunds Kommissar Burckhardt; Ribbentrop: Fritz Hesse; und, auch des Papstes. In der letzten Friedenswoche (24.08.) meldet Ribbentrop den Abschluß des Nichtangriffspaktes mit der UdSSR. Eine Sensation! Jetzt sollte der Frieden gerettet sein! Denn im Falle des Krieges würde Stalin die weißrussischen und ukrainischen Landesteile abtrennen, die Polen nach dem WKI erobert hatte. Hätte Polen diese Bestimmungen gekannt, hätte es vermutlich eine konziliante Haltung gegenüber dem deutschen Wunsch nach Verkehrsverbindung mit Ostpreußen angenommen. Roosevelt kannte den Text der deutsch-sowjetischen Vereinbarung. Er wollte den Krieg, also gab er den entscheidenden Teil des Textes nicht an GB und F weiter.

Am 30.08. „greift Polen zu den Waffen“, es führt die Vollmobilisierung durch: Die Bedingungen der „Garantie“ konnten damit als erfüllt gelten, ein Angriff der Westmächte konnte bevorstehen. Dann kommt die Meldung, Polen sei dabei, die Volksdeutschen im Land zu internieren und auf Vernichtungsmärschen in die Lager zu treiben. In Berichten war von Zehntausenden Toten die Rede. Voll Zorn gibt Hitler vorschnell den Einmarschbefehl. Zuletzt wurde präzise gezählt: namentlich 4850 Volksdeutsche amtlich (und durch ausländische Beobachter bestätigt) als ermordet dokumentiert, viele werden durch die vorrückenden deutschen Truppen gerettet.

Friedenspolitik nach dem 1.08.1939

Der „Erste Schuß“ war Wirklichkeit geworden, und darauf hatte die Kriegsgruppe Churchill bloß gewartet, die Kriegserklärung stand bevor. Frankreich stellt sich dem Krieg entgegen! Außenminister George E. BONNET legt im Zusammenspiel mit Mussolini einen Konferenz-Plan vor. Deutschland stimmt zu, aber England bringt den Vorschlag trickreich zum Scheitern. Noch sträubt sich Frankreich gegen eine Kriegserklärung. Bonnet schlägt vor, statt eines Ultimatums bloß eine zeitlich nichtbegrenzende, scharfe Warnung an Deutschland zu richten, Deutschland müsse den „Vormarsch abbrechen“9), S.34.

Und genau dieses „Vormarsch abbrechen“, wird Inhalt der noch viel weiter gehenden „HESSE-Mission“ von Hitler6). Noch VOR der Kriegserklärung von GB überbringt Fritz Hesse als autorisierter Vertreter Hitlers am 02.09.1939 London einen ganz außergewöhnlichen Friedensvorschlag:                                                                                     „Deutschland zieht seine Truppen aus Polen zurück und zahlt vollen Schadensersatz (Reparationen) für alle Kriegsschäden, die bis dahin entstanden sind. Im Gegenzug wird umgehend eine internationale Konferenz einberufen, die über die Rückkehr von Danzig und über eine Volksabstimmung im „Korridor“ verhandelt!“

England lehnt ab, die Kriegsgruppe (Churchill) setzt sich durch. Außenminister Macmillan: „Jetzt haben wir endlich Hitler zum Krieg gezwungen, so daß er nicht mehr mit friedlichen Mitteln ein Stück des Versailler Vertrages nach dem anderen heraustrennen kann!“

Nach dem Polenfeldzug wendet sich Hitler mehrfach öffentlich an England und Frankreich und schlägt Frieden vor. Er anerkennt ausdrücklich die Neutralität der nichtkriegführenden Nachbarn und erklärt, weder an sie noch auch gegen Frankreich oder England irgendwelche Forderungen zu haben. Einen Monat lang folgt ein Friedensvorschlag dem anderen9): Göring veranlaßt Dahlerus erneut zur Pendeldiplomatie. Vorschlag, in einer Volksabstimmung in Deutschland den Friedenswillen des deutschen Volkes festzustellen. Vorschlag von Göring, zu einem Treffen mit Gen. Ironside, Chef des Empire-Generalstabes in einem neutralen Land, ohne Teilnahme von Hitler. Polen sollte als souveräner Staat wiederhergestellt werden, in den Grenzen der polnisch-ethnischen Siedlung. Göring bietet sogar an, daß sich Hitler von der Macht zurückzieht. Göring entsendet den Norweger Tryggve Grans mit Friedensvorschlägen: Für den Fall eines Friedensschlusses bietet er den Bruch mit der Sowjetunion an, einen polnischen und einen tschechischen Staat und den Verzicht auf Forderungen nach Rückgabe der Kolonien.

Es folgen Friedensfühler Dutzender von hochrangigen Politikern, Industriellen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, zum Teil von der deutschen Regierung autorisiert, darunter der Rechtsanwalt von Hitler, Weißauer, der ehemalige deutsche Kanzler Brüning, Minister a.D. Hjalmar Schacht, Reichskanzler a.D. Wirth, Franz von Papen, der Widerstandskämpfer CANARIS und schließlich 1941 der amtierende Reichsminister Rudolf Heß. England lehnt jeden einzelnen Vorschlag ab.

Nach dem Frankreich-Feldzug und der großherzigen Torheit „Dünkirchen“ hat Hitler erneut Frieden vorgeschlagen, wieder hat England abgelehnt. Auch danach gab es ernstgemeinte Friedensvorschläge mit ähnlichem Inhalt von Deutschland aus.

  1. S.D. BUTLER, hochdekorierter US-Gen.-Major: „War is a racket“,   N Y: 1935.
  2. Pistorius: „… stärkste Armee Europas!“, https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/bundeswehr-pistorius-strategie-verteidigung-100.html
  3. SCHEIL Stefan: „Mitten im Frieden …“ Vergessene Wahrheiten des WKI. Die Schuld der Sieger in den Debatten der 20er Jahre.             Landt
  4. Fernand de BRINON: ‚“Information“, 1932: „Les difficultés de Genève“;. L’Information vom 16. Februar 1932: „La réduction des armements et la thèse allemande“, 1932: „Vers la nouvelle Allemagne III. Gleichberechtigung = Liberté;

W. Deist: „Aufrüstung der Wehrmacht“, S. 391-396., So der Standpunkt der zeitgen. dt. Völkerrechtslehre. Exemplarisch:                                                                                            Karl Schilling, „Der Versailler Vertrag und die Abrüstung“, , Berlin 1933, S. 41 ff.

  • Schultze-Rhonhof:  „Der Krieg, der viele Väter hatte!“, OLZOG, 2003; S.252
  • Hesse Fritz, „Das Spiel um Deutschland.“, Paul List, München 1953.
  • Pototzki Jerzy, an poln. Außenmin., zit. n.AA, „Roosevelts Weg“, S.63 f.
  • SCHEIL Stefan: „Der deutsche Donner“, Antaios 2022.
  • Meiser Hans, „Gescheiterte Friedensinitiativen“, Grabert 2004.